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Leber und Galle - Die Leber mag es bitter.

Bitterstoffe unterstützen unser größtes Organ bei der Fettverdauung, Entgiftung und bei Stoffwechselvorgängen.

Die Leber ist unser zentrales Stoffwechselorgan. Die meisten Nährstoffe werden in ihr verarbeitet und für den Körper nutzbar gemacht. Überschüssige Kohlenhydrate wandelt unsere Leber in Fett um und deponiert es als Energiereserve. Auch bestimmte Vitamine und Mineralstoffe kann sie zwischenlagern. Die Leber ist außerdem ein wichtiges Entgiftungsorgan. Sie filtert Schadstoffe aus dem Blut und macht sie unschädlich. Sie ist äußerst widerstandsfähig. Selbst wenn einzelne Areale ausfallen, kann sie ihren Aufgaben noch nachkommen.

Gallensäfte halten die Verdauung im Fluss.

Eine besonders wichtige Rolle spielt die Leber bei der Fettverdauung. Sie produziert die Galle, die benötigt wird, um die Fette im Darm aufzuspalten und weiterzuverarbeiten. Die Gallenflüssigkeit (bis zu 1 Liter täglich) wird über ein System von Gängen gesammelt, in die Gallenblase abgeführt und von dort in den Dünndarm abgegeben. Je fettreicher unser Essen, desto mehr Gallensäfte müssen gebildet und in den Darm geleitet werden. Eine gesunde Leber bewältigt diese Aufgabe mühelos. Doch wenn dem Körper dauerhaft zu viel Fett zugeführt wird, kann sich der Stoffwechsel der Leberzellen verändern. Und auch mit der Produktion von Gallenflüssigkeit kommt die Leber dann oft nicht mehr nach. Falsche Ess- oder Trinkgewohnheiten können dazu führen, dass sich das Gewicht des Organs durch Fetteinlagerungen mehr als verdreifacht und eine sogenannte Fettleber entsteht. Belastend für unsere Leber sind bereits kleine Mengen Alkohol, insbesondere in Kombination mit anderen Einflüssen wie der Einnahme von Medikamenten oder Rauchen. Auch Viren können Auslöser für eine Lebererkrankung sein. Unsere Leber besitzt allerdings keine Schmerz leitenden Nervenfasern und sendet bei Belastung stattdessen eher stumme Signale aus. Anzeichen für eine Funktionsstörung der Leber können sein: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Blähbauch, Juckreiz, Müdigkeit und reduzierte körperliche Belastbarkeit sowie Verstimmung und Übellaunigkeit.

Traditionelle Hausmittel machen sich bei solchen Verdauungsproblemen häufig die wohltuende Wirkung der Bitterstoffe zunutze. Man denke nur an den Kräuterschnaps, der gern als Aperitif oder auch nach dem Essen gereicht wird. Aber auch in der Naturheilkunde haben Bitterstoffe eine lange Tradition. Schon der Geschmacksreiz wirkt verdauungsfördernd. Der Speichelfluss und die Produktion von Magen- und Gallensäften werden angeregt. Einige der Bitterpflanzen verfügen darüber hinaus über antioxidative Eigenschaften und können die Leberzellen damit vor den Attacken durch freie Radikale bewahren.

Vor langer Zeit schon entdeckten Naturheilkundler die positive Auswirkung der Mariendistel auf die Regeneration der Leber und deren Schutz. Das in der Pflanze enthaltene Silymarin verringert die Aufnahme von Schadstoffen in die Leberzellen, fördert deren Regeneration und unterstützt die Entgiftungsfunktion der Leber.

Artischocke kann die Gallenproduktion in der Leber anregen und dadurch die Fettverdauung verbessern. Auch Löwenzahn beeinflusst die Leber-Galle-Funktion positiv, indem er den Gallenfluss steigert. Der Löwenzahn stärkt die Leberfunktion und regt ebenfalls die Fettverdauung an.

Kümmel besitzt in Kombination mit Pfefferminze eine relaxierende, entspannende Wirkung auf die Gallenblase.

Um von vornherein zu verhindern, dass sich gefährliche freie Radikale vermehrt bilden, empfiehlt es sich, Alkohol und Fett in Maßen statt in Massen zu sich zu nehmen.

 

Extra-Tipp: Zu einem Problem werden Alkohol und Fett, wenn sie dauerhaft in größeren Mengen zugeführt werden. Männer sollten nicht mehr als 20 Gramm, Frauen höchstens 10 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen. 20 Gramm Alkohol entsprechen etwa einem halben Liter Bier oder einem viertel Liter Wein. Bei der Fettzufuhr gilt die Faustregel, höchstens 30 Prozent des täglichen Energiebedarfs darüber zu decken. Bequeme, aber ungesunde Essgewohnheiten, wie der häufige Verzehr von Fast Food, führen dazu, dass diese Grenze schnell überschritten wird. Ein unterschätztes Gesundheitsrisiko – denn ebenso wie Alkohol führt auch starkes Übergewicht dazu, dass sich vermehrt freie Radikale bilden, die die Leberzellen zerstören.

 

 

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