Die blaublühenden Enzianarten sind wohl jedem bekannt, arzneilich verwendet werden jedoch die unterirdischen Teile des Gelben Enzians, der bis zu einem Meter hoch wachsen kann und große, goldgelbe, in Trugdolden stehende Blüten hat. Heimisch ist die Pflanze in mitteleuropäischen Gebirgsregionen. Wildwachsende Pflanzen sind streng geschützt, für medizinische Zwecke wird der Gelbe Enzian kultiviert.
Der gelbe Enzian wächst in Spanien, Frankreich und im Balkan. In Deutschland und Spanien wird die Droge in kleinerem Umfang gezüchtet. Der blaue Enzian wächst hauptsächlich in den Alpenregionen.
Wegen der in der Enzianwurzel enthaltenen Bitterstoffe werden Zubereitungen zur Anregung der Verdauung bei Völlegefühl, Blähungen und bei Appetitlosigkeit eingesetzt. Durch Reizung der Geschmacksnerven kommt es reflektorisch zu einer Zunahme der Speichel- und Magensaftsekretion. Daher verbietet sich die Anwendung bei Personen mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren (s. Hinweise).
Tee:
Ein halber Teelöffel (1 g) Enzianwurzel wird mit ca.150 ml siedendem Wasser übergossen und nach 5 bis 10 Minuten abgeseiht. Die Droge kann auch kalt angesetzt und kurz aufgekocht werden. Zur Appetitanregung eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten, bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten eine Tasse kalten oder mäßig warmen Tee trinken.
Tagesdosis:
Entsprechend 2 bis 4 g Droge.
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