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Ingwer

Pflanze: Zingiber officinale Rosc.
Familie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
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Synonyme

  • Afrikanischer Ginger
  • Ginger

Beschreibung

Der Ingwer ist eine tropische Staude mit einem ausdauernden, kriechenden, sich weit verzweigendem Wurzelstock aus dem sich einjährige, über einen Meter hohe Triebe bilden. Die schilfähnlichen, glänzenden und hellgrünen Blätter werden über 20 cm lang. Die Pflanze blüht selten und wird in der Regel vegetativ vermehrt. Der Wurzelstock spielt schon seit dem Altertum in der Chinesischen und Indischen Medizin eine wichtige Rolle und wird auch vor allem in der asiatischen Küche als Gewürz geschätzt.

 

Herkunft

Der Ingwer stammt ursprünglich aus Südostasien. Kultiviert wird die Pflanze in China, Indien, der Karibik und in den USA.

 

Anwendung

  • Vorbeugung der Reisekrankheit (Übelkeit, Erbrechen)
  • Dyspeptische Beschwerden
  • Blähungen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Völlegefühl
  • Rheumatische Gelenkbeschwerden

Je nach Herkunft kommt Ingwerwurzel in unterschiedlicher Qualität in den Handel, wobei die Ware aus Jamaica (Arzneibuchware), Bengalen oder Australien am hochwertigsten sind. Eine Besonderheit stellt eine Sorte aus Japan, der Kintoki, dar, der ein etwas abweichendes Spektrum an Inhaltsstoffen aufweist. 

Der Ingwerwurzelstock enthält einen zähflüssigen Balsam (Oleoresin), der aus ätherischen Ölen und einem Scharfstoffanteil, den Gingerolen besteht sowie Lipide und Kohlenhydrate. Nach längerer Lagerung oder unter Einfluss höherer Temperaturen entstehen aus den Gingerolen Shoagole, die z.T. deutlich schärfer schmecken.

 Zubereitungen aus dem Ingwerwurzelstock wirken antiemetisch, entzündungshemmend, anregend auf die Magensaft-, Speichel- und Gallebildung und steigernd auf die Darmfunktion. Die antiemetische Wirkung scheint durch eine direkte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt vermittelt zu werden. Diskutiert wird auch ein Antagonismus von Serotonin Typ 3 Rezeptoren. Ingwer wird daher zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen vor allem bei der Reise- oder Seekrankheit, verwendet. 

Zur Beurteilung der Sicherheit bei einer Anwendung zur Vorbeugung des Schwangerschaftserbrechens liegt noch nicht ausreichend Material vor (s. Hinweis). 

Verschiedentlich wird über eine günstige Wirkung bei Magengeschwüren, Kopfschmerzen und rheumatischen Gelenkbeschwerden berichtet. Diese Angaben sind aber bisher nur unzureichend untersucht. 

Ingwer wird häufig in der Getränke- (Ginger Ale, Ingwerbier) und Lebensmittelindustrie verwendet. Er dient pur oder in Mischungen (Curry, Chutneys, Marmeladen, Soßen) als Gewürz. 

Als grünen Ingwer bezeichnet man die jung geernteten, milder schmeckenden Rhizome. 

In heißen Ländern ist Ingwer auch als Zusatz in Kaffee oder Tee wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung beliebt. 

 

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Dosierung

Tee:

0.5 bis 1 g getrockneten, zerkleinerten Ingwerwurzelstock oder in Scheiben geschnittenen frischen Ingwer mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 5 Minuten abseihen. Zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken. Zur Vorbeugung der Reisekrankheit werden 0.5 g gepulverter Ingwerwurzelstock mit etwas Flüssigkeit 30 Min. vor Reiseantritt eingenommen. Bei Bedarf kann diese Dosis alle vier Stunden wiederholt werden.

Tagesdosis:

2 bis 4 g.

 

 

Zubereitung

Ingwer ist als Monopräparat erhältlich und Bestandteil einiger Kombinationsarzneimitteln zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.

 

Hinweise

Nicht bei Kindern unter 6 Jahren anwenden! Während Schwangerschaft und Stillzeit nur auf ärztlichen Rat hin anwenden!

Zur Beurteilung der Sicherheit liegen nur unzureichende Daten vor, daher ist eine strenge Indikationsstellung erforderlich. Frischer Ingwer als Gewürz ist unbedenklich.

Bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden!

Ingwer regt den Gallenfluss an und kann daher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen.

Wechselwirkungen:

Es ist nicht auszuschließen, dass Ingwer, insbesondere wenn er über längere Zeit oder in höherer Dosierung verwendet wird, einen Einfluss auf Blutgerinnung und Blutdruck hat und blutzuckersenkend wirken kann. Daher sollten Diabetiker, Patienten, die blutgerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen müssen und Bluthochdruckkranke vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Vor geplanten Operationen sollten Ingwerpräparate sicherheitshalber abgesetzt werden.

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