
Vielleicht hat die längliche Form der Blätter die Fantasie angeregt, vielleicht waren es auch die sagenhaften Heilkräfte der Pflanze.

Spitzwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Großzügig säumt er Wiesen und Wegränder und wurde daher schon früh erforscht. Als wirksames Mittel gegen Hautleiden, Entzündungen, Furunkel und Durchfall war er den Assyrern (2 000 bis 600 v. Chr.) und auch Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert bekannt. Heute wird Spitzwegerich vor allem als Heilmittel gegen Reizhusten und bei entzündeten Atemwegen eingesetzt. Die Pflanze enthält reizlindernde Schleimstoffe, ihre Gerbstoffe dichten Schleimhäute ab.
Spitzwegerich-Tee wird durch Übergießen der getrockneten Blätter mit siedend heißem Wasser hergestellt (10 Minuten Ziehzeit). Weil er antientzündlich wirkt, eignet sich ein Aufguss auch zum Gurgeln. Spitzwegerich-Saft wird durch Auspressen des frischen Krauts gewonnen.
Übrigens: Frisch zerriebene Blätter eignen sich gut zur akuten Behandlung von Schürfwunden und Insektenstichen.

Heilpflanzen gehörten früher ganz selbstverständlich zu jeder Hausapotheke. Doch heute scheint dieses Wissen in Vergessenheit geraten zu sein? Stimmt nicht. Dr. Ulrich Mautner, Arzneipflanzenexperte des Natur-Arzneimittelherstellers, bewahrt dieses Wissen. In regelmäßigen Abständen informiert er in seiner neuen Serie „Meine Kräuter“ über die Wirksamkeit und richtige Anwendung von Heilkräutern. Von Kräutertees über wohltuende Umschläge bis zu Tinkturen. Die ganze Welt der Heilkräuter spannend für Sie aufbereitet. Entdecken Sie Jahrhundertealtes Wissen, das von seiner faszinierenden Wirkung bis heute nichts verloren hat.
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