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| Feb 13, 2017

Interview mit Serkan Tunca

Vegane Küche mit Leidenschaft

Auf Serkan Tuncas Armen entsteht ein Kunstwerk: Er will seine Leidenschaft für das Kochen darauf festhalten. Comics mag er schon seit seiner Kindheit. Und so sticht ihm ein befreundeter Tätowierer die Gemüse-Superhelden. Batman mit Kohlkopf, Superman als Paprika. Keine Frage, dieser Mann lebt seinen Beruf mit Hingebung.

Wie sind Sie zum Kochen gekommen?

Zufall. Ich habe gerne Zuhause und in der Schule im Hauswirtschaftsunterricht gekocht. Als ich Aushänge für die Kochausbildung sah, habe ich mich beworben und wurde direkt bei der ersten Stelle genommen. So habe ich meine Ausbildung in einer gehobenen französischen Küche in Fürth gemacht. Ganz klassisch. Seitdem ist das Kochen meine Leidenschaft und ich möchte nichts anderes mehr machen.

Fleisch gehört zur Kochausbildung fest dazu. Wie kam der Wechsel zu einer veganen Ernährung?

Ich habe einen Zeitungsartikel gelesen, in dem ein Redakteur seine Erfahrungen mit der veganen Ernährung schilderte. Er fand das sehr schwierig. Das hat mich neugierig gemacht. Ich wollte aus
beruflicher Sicht ausprobieren, wie Kochen ohne tierische Produkte möglich ist. Einen Monat lang habe ich zuhause viel experimentiert und danach war klar, dass es mir damit gut geht. Zudem habe ich mich viel informiert, zum Beispiel über Tierschutz. Als sozial engagierter Mensch war vegan die einzige Lebensweise, die ich mir vorstellen konnte. Ich habe mich auch beruflich neu orientiert und habe in einem veganen Restaurant in München angefangen.

Was macht besonders Spaß an der veganen Küche?

Dass man sehr vielseitig kochen kann. Es gibt viele Möglichkeiten zu experimentieren und Neues zu
entdecken.

Worauf achten Sie bei Ihren Gerichten?

Auf Vielfältigkeit. Ich kombiniere unter dem Aspekt regional und saisonal verschiedene Zutaten. Das ergibt ein gutes Geschmackserlebnis.

Womit kochen Sie gerade besonders gerne?

Regionale und vor allem alte Gemüsesorten finde ich sehr spannend. Damit lassen sich schöne, kreative
Gerichte kochen. Die Pastinake war zum Beispiel vor der Kartoffel das Gemüse schlechthin. Dann geriet
sie in Vergessenheit. Inzwischen ist sie zum Glück zurückgekommen, denn sie ist sehr vielseitig. Ein Pastinakenpüree ist eine super Alternative zu Kartoffelbrei.

Kurzportrait

Serkan Tunca ist in Mittelfranken aufgewachsen und machte dort seine Kochausbildung – ganz klassisch in einem gehobenen französischen Restaurant. Danach arbeitete er in einer Sterneküche in Oberfranken. Seit 2010 lebt und kocht er vegan. Inzwischen wohnt Tunca in München, wo er als veganer Küchenchef tätig ist. Zudem gibt er Seminare, in denen er zeigt, wie abwechslungsreich und bunt vegane Gerichte sein können. Für Hensel® hat er ungewöhnliche und zugleich unkomplizierte Rezepte entwickelt, die es hier im Gesund bleiben Magazin zum Lesen und Nachkochen gibt.

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