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| Dec 7, 2017

Tee-Zeremonien weltweit

Als Luxusgetränk war Tee einst nur exklusiven Kreisen vorbehalten. Je nach vorherrschender Kultur haben sich in Hunderten von Jahren hier unterschiedliche Zeremonien ausgeprägt.

Very british! Als im 17. Jahrhundert in Großbritannien Tee aus China eingeführt wurde, entdeckten Adel und Oberschicht das kostspielige Vergnügen schnell für sich. Ein Luxus, der zelebriert wurde. Die „Tee Time“ war geboren. Für kräftige Sorten wie Assam oder Ceylon wird in feines Service erst etwas Milch gefüllt, um den Geschmack abzurunden. Für milde Sorten wählt man eine Scheibe Zitrone. Dann Tee eingießen und langsam rühren, ohne die Tasse zu berühren. Den Löffel nicht abstreifen oder schütteln. Danach wird die Tasse mit Untertasse zum Mund geführt und nur leicht gekippt. Gebäck niemals eintunken!

Ostfriesen legen ein „Kluntje“ (weißer Kandis-Brocken) mit Silberzange in zarte Tassen, bevor sie halb mit Tee befüllt werden, so dass der Kandis noch etwas herausgipfelt. Das Knacken des Kandis zeigt, dass das Wasser heiß genug ist. Danach lässt man seitlich Sahne einlaufen, die sich langsam um den Zucker spielt, mit ihm ausbreitet und dann versinkt. Gerührt wird nicht. Der Tee ist erst sanft, dann bitter und im Abgang süß – wie das Leben.

Japan – Teekultur in Perfektion. Die Tee-Zeremonie spiegelt das japanische Verständnis von Gastfreundschaft und Tradition wieder. Dieses Ritual ist bis ins kleinste Detail festgelegt, vom Gartenweg zum Empfang, über den Teeraum und das Händewaschen, bis zu den genau festgelegten Gesten, Handgriffen, der zweimaligen Teeschalendrehung und dem Trinken in drei Schlucken.

Mehrfach aufgießen in China. Fest in allen Schichten verankert, aber regional unterschiedlich präsentiert sich die älteste, die chinesische Teekultur. Typischerweise genießt man gemeinsam den Tee über mehrere Aufgüsse mit ansteigender Zieh-Zeit aus dem Gaiwan, einer Schale mit Untertasse und Deckel („Erde, Mensch, Himmel“). Die Teeblätter werden darin erst kurz und dann zweimal immer länger wieder aufgegossen. So ergeben sich unterschiedliche Geschmacksvarianten, von sehr bitter bis sehr mild.

Die Türkei gehört zum weltweit größten Anbaugebiet. Viel wird selbst getrunken. Vor und nach dem Essen, in Geschäften, überall wird Tee aus tulpenförmigen Gläsern genossen. Zubereitet wird er im „Semaver“ mit zwei Kannen. In der unteren wird Wasser zum Kochen gebracht, das aus dem Tee in der oberen ein Konzentrat brüht. In den Gläsern verdünnt man dieses mit heißem Wasser.

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Rezepte

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