Hendrik Loven nahm den Preis für das report München-Team entgegen

report München-Team

Gewinner Hauptpreis 2015

Investigativer Journalismus, seriöse Informationen und klare Positionen sind die Markenzeichen des Politmagazins report München. Seit mehr als vier Jahrzehnten sorgt die Sendung immer wieder für Schlagzeilen und kontroverse Diskussionen. Mit ihren Recherchen bietet die Redaktion jeden dritten Dienstag im Monat um 21.45 Uhr in der ARD exklusive Informationen und Reportagen zu Fragen, die Deutschland bewegen. 

Das Team unter der Leitung von Stephan Keicher hat den Anspruch, nach sorgfältiger Recherche auch bei schwierigen und unbequemen Themen deutlich Stellung zu beziehen, Hintergründe zu beleuchten und zu analysieren. Das Themenspektrum reicht dabei von Analysen der Parteipolitik, Enthüllungen von energiepolitischen Missständen, Datenschutzskandalen, Pflegenotständen in Altersheimen bis hin zu Exklusivreportagen über organisierte Kriminalität oder die Banken- und Wirtschaftskrise.

In den vergangenen Jahren lag report München mit diesem Konzept beim Zuschauerinteresse in der Spitzengruppe der Informationssendungen im deutschen Fernsehen.

Der Siegerbeitrag „Propagandaschlacht um die Gentechnik“ wurde am 8. Juli 2014 in der ARD ausgestrahlt und hinterfragt kritisch die werbewirksamen Versprechungen der Gentechnikindustrie: „Höhere Ernten, weniger Spritzmittel – Die Lösung für den Hunger in der Welt“. Er dokumentiert die verheerenden Langzeitfolgen der Agro-Gentechnik und sucht zu ergründen, warum ihr Einsatz trotz des offensichtlich zutage tretenden Scheiterns scheinbar nicht zu stoppen ist. Kreativ und furchtlos dringen die Journalisten ins Dickicht internationaler Lobbyarbeit ein. Das Reporterteam präsentiert beeindruckende Aussagen zum politischen Druck der US-Regierung und konfrontiert die EU-Kommission und den Verband der Gentechnikindustrie EuropaBio mit einem geheimen Strategiepapier der Gentechnik-Lobby.

Die Reporter decken auf, wie weit die Gentechnik trotz ihres offiziellen Verbots bereits nach Europa vorgedrungen ist: Über 35 Millionen Tonnen gentechnisch veränderte Sojabohnen sind schon als Viehfutter hier gelandet und Baumwolle in deutschen Geschäften wird längst zu 80 Prozent mit Gentechnik angebaut.

report München konfrontiert u.a. die Fastfood-Kette McDonalds mit der Möglichkeit, ihre Fleischlieferanten dazu zu verpflichten, fortan den Nachweis zu liefern, dass sie ausschließlich gentechnikfreies Futter verwenden. Denn nur durch eine Kennzeichnungspflicht kann der Verbraucher wirklich entscheiden, ob er mit oder ohne Gentechnik produzierte Nahrungsmittel beziehen möchte.

Das Fazit der ebenso spannenden wie erschütternden Reportage: Vorteile hat die Agro-Gentechnik niemandem beschieden. Die Gentechnikindustrie aber gibt ihr Versagen nicht zu, weil sie als Patentnehmer deren einziger Profiteur ist – dank ihrer Macht über einen überaus lukrativen Markt. Verbraucher, Bauern und hungernde Menschen in aller Welt sind die tragischen Verlierer.

Wir verwenden Cookies, um Ihren Website-Besuch für Sie so angenehm wie möglich zu gestalten. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden.