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| 18.01.2018

Andorn

Paracelsus nannte ihn den „Arzt der Lunge“. Eine treffende Bezeichnung für den Andorn, der durch seine schleimlösende Wirkung insbesondere bei Erkältung hilft.

Der Andorn ist wunderbar bitter. Darauf weist schon seine wissenschaftliche Bezeichnung Marrubium vulgare hin. Diese soll aus dem Hebräischen stammen: mar ist bitter und rob bedeutet viel. Bittere Inhaltsstoffe im Andorn wie das Marrubiin regen zum Beispiel die Verdauungssäfte an und helfen bei Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Bei Erkältungskrankheiten greift der Wirkstoffkomplex aus Bitterstoffen, Saponinen und ätherischen Ölen. Insbesondere das bittere Marrubiin wirkt sekretlösend und hilft somit den Schleim zu verflüssigen. Der Andorn erleichtert somit das Abhusten des zähen Bronchialschleims.

Eine Arbeitsgruppe am Institut für Geschichte der Medizin der Uni Würzburg hat den Andorn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gekürt. Die selten gewordene Heilpflanze erhält somit wieder die verdiente Aufmerksamkeit.

Beschreibung

Der Andorn ist ein ausdauerndes, 40 bis 60 cm hoch wachsendes Kraut mit einem stumpf-vierkantigen Stängel. Blätter und Stängel sind behaart, die weißen Blüten stehen in dichten, nahezu kugeligen Scheinquirlen in den Achseln der Blätter. Verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Pflanzenteile und Presssaft aus der frischen Pflanze.

Herkunft

Der Andorn ist in Mittel- und Nordeuropa anzutreffen. Eingeführt wird die Droge aus Marokko und Südosteuropa.

Hinweise

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden.

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