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| Sep 11, 2016

Mariendistel

Pflanze: Silybum marianum (L.) Gaertn. / Familie: Korbblütler (Asteraceae = Compositae)

Erstaunlich – bereits 400 Jahre vor Christus wurde die Mariendistel als Heilpflanze verwandt, um damit Verdauungsbeschwerden zu behandeln. Daran hat sich bis heute nichts geändert: Aus zerquetschten Früchten kann man einen Tee herstellen: 1 TL Früchte der Mariendistel mit siedendem Wasser übergießen, 15 bis 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und schluckweise 3 bis 4 Mal täglich trinken.

Heute weiß man, dass die Distel das wirksamste Leber-Mittel ist. Aus der harten Schale der Früchte lässt sich ein Extrakt gewinnen, der die Leber schützt und Schäden vorbeugt. Maßgeblich ist eine seltene Kombination von Pflanzenstoffen. Angelehnt an den lateinischen Namen heißen sie Silymarin. Da Silymarin schlecht wasserlöslich ist, ist es in Tee kaum zu finden. Moderne Natur-Arzneimittel schaffen es jedoch, den Stoff in Tonika, Kapseln und Tabletten einzubauen, so dass Silymarin die Zellwände der Leberzellen schützt. Auch chronische Leber-Entzündungen können so behandelt werden.

Und, was kaum jemand weiß, eine Silymarin-Infusion rettet Menschen, die sich mit Knollenblätterpilz vergiftet haben (er zerstört die Leber). Auch da ist die Mariendistel der Schutz für die Leber.

Autor: Dr. Ulrich Mautner, Arzneipflanzen-Experte bei Salus

Beschreibung

Die Mariendistel ist auch bekannt als Frauendistel, Magendistel, Marienkörner und Stichsaat. Die bis zu 150 cm hoch wachsende, distelartige Pflanze besitzt große, glänzend grüne, buchtig gelappte Blätter mit dornigem Rand und sind oft vor allem entlang der Nervatur charakteristisch weiß marmoriert. Die großen, endständigen, meist rotvioletten Blütenköpfe besitzen zurückgebogene, mit einem Dorn versehene Hüllkelchblätter. Die kleinen eiförmigen Früchte tragen einen vielstrahligen, silbrigen Pappus. Medizinisch verwendet werden die vom Pappus befreiten Früchte.

Herkunft

Die Mariendistel ist in Südeuropa, Kleinasien, Südrussland und Nordafrika zuhause. Wichtige Importländer sind Argentinien, Rumänien, Ungarn und China.

Hinweise

Die wichtigste Maßnahme bei toxischen Leberschäden besteht in der kompletten Vermeidung der leberschädigenden Ursache, z.B. Alkohol.

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