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| Jan 16, 2017

Weißdorn, Zweigriffliger

Pflanze: Crataegus spec. / Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Bei Problemen mit Herz und Kreislauf führt in der Naturheilkunde am Weißdorn kein Weg vorbei.

Doch es war ein langer Weg bis das wahre Potenzial des Strauchs mit den strahlend weißen Blüten erkannt wurde. Der griechische Arzt Dioskurides hatte im 1. Jh. nach Chr. entdeckt, dass die roten Früchte Durchfälle lindern und ihre Gerbstoffe desinfizierend wirken. In der Volksheilkunde wurde Weißdorn bis ins späte Mittelalter bei Gicht und Blutungen eingesetzt. Erst Ende des 19. Jh.s erkannten Ärzte, wie positiv Weißdorn auf das Herz wirkt.

Die Besonderheit: Die stärkenden Inhaltsstoffe stecken sowohl in den Beeren als auch in Blüten und Blättern. Dabei handelt es sich um sogenannte Procyanidine und Flavonoide, die auf natürliche Weise dafür sorgen, dass das Herz besser durchblutet wird. Besonders bei Stress kann auf diese Weise ein Sauerstoffmangel kompensiert und die Leistung des Herzens stabil gehalten werden.

Für einen stärkenden Tee: 1 TL Weißdornblätter mit Blüten mit kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, 3 Mal täglich eine Tasse.

Autor: Dr. Ulrich Mautner, Arzneipflanzen-Experte bei Salus

Beschreibung

Weißdorn ist auch bekannt als Hagedorn, Mehlbeerbaum und Rotdorn. Er ist ein strauchartiger Baum und kann bis zu 12 m hoch werden und besitzt dornige, meist stark verzweigte Zweige. Die weißen Blüten stehen in aufrechten, reichblütigen Doldenrispen und verströmen einen intensiven, nicht allzu angenehmen Geruch. Die fleischigen Scheinfrüchte sind meist rot gefärbt. Das Holz wurde wegen seiner Härte zu Spielzeug, Spazierstöcken u. ä. verarbeitet. Vom Weißdorn gibt es mehrere, einander ähnliche Arten, die leicht bastardisieren, so dass eine eindeutige Zuordnung zu einer Art nicht immer möglich ist.

So sind der Eingriffelige (C. monogyna), Zweigriffelige (C. oxyacantha) und der Fünfgriffelige Weißdorn (C. pentagyna) sowie der Dunkle Weißdorn (C. nigra) und der Azaroldorn (C. azarolus) zugelassen. Medizinisch verwendet werden die getrockneten, blühenden Zweigspitzen (Weißdornblätter mit Blüten). Die Früchte dienen z.T. als Ausgangsdroge zur Herstellung einiger im Handel erhältlichen Fertigarzneimittel.

Herkunft

Die Heimat des Weißdorns ist Europa, das östliche Mittelmeergebiet, die Balkanhalbinsel Jugoslawien und Ungarn. Der Drogenimport erfolgt über ost- und südosteuropäische Länder.

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