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| Jan 20, 2017

Wermut, Echter

Pflanze: Artemisia absinthium L. / Familie: Korbblütler (Asterceae = Compositae)

Vor allem die Blüten enthalten ein ätherisches Öl, das aus verschiedenen Mono- und Sesquiterpenen zusammengesetzt ist, und sehr bitter schmeckende Sesquiterpenlactone, z.B. Absinthin und Artabsin.

Wässrige Auszüge in Form von Tee eignen sich wegen der die Verdauungssäfte anregenden Bitterstoffe zur Behandlung von Appetitmangel und Verdauungsstörungen, wie krampfartige Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen sowie zur Anregung des Gallenflusses. Das im ätherischen Öl enthaltene, schwer wasserlösliche Thujon wirkt in höheren Dosierungen oder längerem Gebrauch als Krampfgift. Das isolierte Öl sollte demnach aus toxikologischen Gründen nicht angewendet werden. Thujonarme Zubereitungen, wie wässrige Auszüge, sind unbedenklich, sodass täglich bis zu 3 Tassen Wermuttee und bis zu 50 Tropfen alkoholischer Auszug zu sich genommen werden kann. Wermutkraut wird auch zur Aromatisierung von Magenbittern oder Aperitifs (Wermutwein) verwendet. Hierzu werden thujonarme Öle z.B. aus dem Römischen Wermut (A. pontica) bevorzugt.

Absinth wird aus alkoholischen Auszügen von Wermutkraut, Anis, Fenchel und Zitronenmelisse hergestellt und kann z.T. erhebliche Mengen an Thujon enthalten. Das als "grüne Fee" bezeichnete Getränk wurde Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft vor allem in Frankreich konsumiert, u.a. von Künstlern wie Toulouse-Lautrec, van Gogh und Baudelaire. Inwieweit die halluzinogene und gesundheitsschädlichen Wirkungen, die schließlich zu einem Verbot führten, dem ja doch recht hohen Alkoholgehalt bzw. dem Thujon oder anderen damals zugesetzten Stoffen zugeschrieben werden können, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Seit 1998 ist die Herstellung von Absinth-Schnaps unter Einhaltung von Grenzwerten wieder erlaubt.

Beschreibung

Der bis zu 1,20 m hohe Halbstrauch mit stark verzweigten Ästen ist in den trockeneren Gebieten von Europa und Asien heimisch. Die dreifach fiederteiligen Laubblätter sind an beiden Seiten seidig behaart. Die kleinen, gelben Blüten stehen in einer reichästigen, vielblütigen Rispe. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten Blüten und oberen Sprossteile und Laubblätter. Charakteristisch sind der aromatische Geruch und der sehr bittere Geschmack.

Der um 1900 vor allem in Frankreich gebräuchliche Absinthschnaps führte zu erheblichen Vergiftungserscheinungen und wurde dann in den meisten Ländern verboten. Im Zuge der Angleichung der Rechtsvorschriften innerhalb der EU ist die Verwendung von thujonhaltigen Spirituosen bei Einhaltung bestimmter Höchstgrenzen wieder erlaubt. Wermut ist mit den als Küchengewürzen bekannten Estragon (Artemisia dracunculus) und Beifuß (Artemisia vulgaris) verwandt.

Herkunft

Die Droge wächst in Europa, in Teilen Asiens, Nordafrika und in Nord- und Südamerika. Der Import erfolgt aus den ost- und südosteuropäischen Ländern.

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