Gelenke & Knochen

Über 200 Knochen, 100 Gelenke, 600 Muskeln und unzählige Kollagenstränge, Sehnen und Bänder halten unseren Körper zusammen. Sie sorgen dafür, dass wir aufrecht gehen, springen und tanzen können. Doch dieser Bewegungsapparat ist ein empfindliches System:
Unfälle, altersbedingter Verschleiß oder rheumatische Krankheiten können jeden Schritt oder Handgriff zur Qual machen.

Wunderwerk Körper

Ein faszinierendes System aus vielen hundert großen und kleinen Puzzlesteinen, die perfekt ineinander greifen, sorgt für Stabiliät und Beweglichkeit unseres Körpers

Tatsächlich sind es sogar zwei Systeme, die unseren Bewegungsapparat ausmachen: ein passives – das Skelett (griech. = „ausgetrockneter Körper“) mit seinen Knochen und Gelenken – und ein aktives, das aus über 600 Muskeln und unzähligen Sehnen, Bändern und Kollagensträngen besteht. Eine perfekte Symbiose, die uns einerseits Stabiliät, andererseits die nötige Flexibilität gibt, um uns fortzubewegen, filigrane Handarbeiten zu erledigen oder unser Essen zu kauen.

 

Was ist eigentlich Rheuma?

Schmerzen in den Gelenken können viele Ursachen haben. Wir stellen die drei häufigsten Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises vor – und was dagegen hilft

Über 200 verschiedene Krankheiten fallen unter den Begriff Rheuma (altgriech.: Fluss, Strömung), bzw. medizinisch korrekt „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“. Alle betreffen den Stütz- und Bewegungsapparat, verursachen früher oder später Schmerzen. Experten schätzen, dass etwa ein Viertel der Deutschen an Funktionseinschränkungen und etwa 10 Millionen an chronischen, behandlungsbedürftigen Erkrankungen des Bewegungsapparats leiden.

Arthritis - die Entzündung

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Körpereigene Gewebe und Bindegewebe werden fälschlicherweise als fremd angesehen und mit einer Entzündungsreaktion bekämpft. Damit werden langfristig die eigenen Gelenke zerstört. Frauen trifft eine Arthritis etwa dreimal häufiger als Männer, der Krankheitsbeginn liegt meist zwischen 50 und 70 Jahren, doch schon Kinder können daran erkranken. Übergewicht, Rauchen und Infektionen begünstigen die Entstehung einer Arthritis. Meist sind mehrere Gelenke gleichzeitig davon betroffen. Erste Anzeichen: Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit der Gelenke und Schwellungen. Typisch sind akute Arthritis-Schübe: „Heiße“ Beschwerden mit Überwärmung, Schwellung und Rötung. Neben Schmerzmitteln, Kortison und den Basistherapeutika kann u. U. mit neuartigen Arzneimitteln (Biologika) der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Schlimmstenfalls sind Operationen oder künstliche Gelenke notwendig.

Arthrose - der Verschleiß

Mit zunehmendem Alter, aber auch durch Unfälle, schlecht trainierte Muskeln, Übergewicht, Nährstoff- und Bewegungsmangel schwindet bei einer Arthrose die schützende Knorpelschicht in den Gelenken. Wie bei einem Kleidungsstück, das immer an einer Stelle beansprucht wird, bildet sich im Knorpel ein Loch – bis schlimmstenfalls die Knochen frei liegen und schmerzhaft aufeinander reiben.

Erste Probleme treten meist zwischen 30 und 40 Jahren auf, doch zunehmend sind schon Teenager betroffen. Besonders anfällig sind aufgrund der starken Belastung Knie- und Hüftgelenke, aber auch Finger- und Handgelenksarthrosen sind verbreitet. Typisch für die Arthrose ist der Anlaufschmerz, d. h. starke Beschwerden bei Beginn einer Bewegung, die dann etwas besser werden. Außerdem kommt es zu Belastungsschmerzen, Muskel- und Sehnenverspannungen. Bei fortgeschrittener Arthrose entzündet sich das Gelenk oft zusätzlich. Einer Arthrose sollte möglichst frühzeitig gegengesteuert werden, denn bereits abgebautes Knorpelgewebe kann nur schwer wieder aufgebaut werden. Krankengymnastik und Sport, eventuelles Übergewicht reduzieren, das Tragen von Bandagen und Einlagen können helfen. Knorpelnährstoffe wie Collagen-Hydrolysat, Glucosamin und Chondroitin können unterstützend zugeführt werden.

Gicht - die Stoffwechselstörung

Genau genommen ist die Gicht eine besondere Form der Arthritis (Arthritis urica): Knötchen aus Harnsäurekristallen lagern sich in den Gelenken ab und lösen dort lokale Entzündungen aus. Die Ursache ist meist eine Fehlfunktion des Purinstoffwechsels in der Niere – Purine aus der Nahrung werden zu Harnsäure umgewandelt. Die Niere wird langfristig ebenfalls geschädigt. Bei akuten Schüben treten plötzliche, starke Schmerzen oft in nur einem Gelenk auf: Es ist gerötet, stark geschwollen und überwärmt. Fieber und Kopfschmerzen können hinzukommen. Gicht hat eine starke genetische Komponente, aber auch andere Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes können sie begünstigen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Neben Schmerz- und Entzündungsmitteln ist eine purinarme Ernährung (Fleisch, Hefe meiden) und Alkoholverzicht ratsam. Auch harntreibende Arzneitees und Heilpflanzensäfte (z. B. Brennnessel, Schachtelhalmkraut, Hafer) helfen, die übermäßige Harnsäure auszuspülen.

Warum zum Rheumatologen?

Rheumatologen sind Fachärzte für rheumatische Erkrankungen. Meist sind sie zusätzlich Orthopäden oder Internisten. Schmerzen in den Gelenken sollten aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen und ihrem oft chronischen Verlauf in Behandlung dieser Spezialisten. Frühzeitige professionelle Therapien helfen, lange beschwerdefrei und aktiv zu bleiben.

Das hält Ihre Gelenke beweglich

Babys bekommen problemlos den Fuß hinters Ohr. So flexibel sind Erwachsene nicht mehr. Aber Sie können viel tun, um Ihren Gelenken lange Gesundheit und Beweglichkeit zu schenken.

Gelenke sind mechanische Wunderwerke: Sie verbinden Knochen miteinander, erst dadurch werden die starren Strukturen des Skeletts beweglich. Sie bestehen aus dem Gelenkspalt, den -flächen, -bändern und der umgebenden Kapsel, in der Gelenkflüssigkeit für die Nährstoffe sorgt. Die sich gegeneinander bewegenden Gelenkflächen sind von schützendem Knorpel überzogen.

Das hält Ihre Knochen stabil

Sie geben unserem Körper den nötigen Halt, sind aber gleichzeitig flexible Gebilde: Das Fundament für starke Knochen wird in der Kindheit gelegt

Bei Knochen denken die meisten Menschen an starre, unveränderliche Strukturen. Dabei sind sie Baustellen: Die Knochenstruktur wird vom Körper ständig um-, ab- und aufgebaut. Die ersten 30 Lebensjahre überwiegt der Aufbau. Ab etwa 40 Jahren geht es an die Reserven – die Knochenmasse, nimmt jährlich um etwa 1 – 1,5 Prozent ab.

Osteoporose

Eine Kinderkrankheit, die sich erst im Alter zeigt: Wird in der Jugend nicht genug Knochenmasse aufgebaut, steigt später das Risiko, Knochenbrüche zu erleiden. Etwa 25 Prozent der über 50-jährigen sind von übermäßigem Knochenabbau betroffen, besonders häufig Frauen. Eine Knochendichte-Messung des Lendenbereichs (ca. 40 Euro – die Kasse zahlt bei Risikopatienten) gibt Aufschluss. Präventiv und als Teil der Osteoporose-Therapie sind eine ausreichende Calcium- und Magnesiumzufuhr und genügend Vitamin D wichtig. Auch Sport zeigt positive Effekte auf Knochendichte und Bruchrisiko.

Ganz natürlich gegen die Schmerzen

Was tun bei Muskelkater, Sportverletzungen, Verspannungen oder Gelenkschmerzen?
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Diese Heilpflanzen haben eine stoffwechselanregende Wirkung

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Weitere Heilpflanzen

Hagebutte (Rosa canina)

Sie ist süßsauer im Geschmack und reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Der Vitamin C-Gehalt z. B. ist über 20-mal höher als bei Zitronen.
Die pflanzliche Alternative für beweglichere Gelenke: Aktuelle Studien belegen, dass die Hagebutte besonders sanft und wirkungsvoll bei Gelenkproblemen helfen kann.
Hagebutte wirkt entzündungshemmend und knorpelschützend; sie hemmt Botenstoffe der Entzündungen an verschiedenen Stellen innerhalb des Entzündungsprozesses. Die Beweglichkeit der arthrosebetroffenen Gelenke wird verbessert.

Die Hagebutte stärkt das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Sie hilft Knorpeln und Gelenken bei Entzündungen (Arthrose / Arthritis).

Grüner Hafer (Avena sativa)

Saponine in vor der Blütezeit geerntetem - daher „grünem“ - Hafer wirken stark harntreibend. Die Ausscheidung von Harnsäure und anderen Stoffwechselabbauprodukten durch die Niere wird gefördert. Als loser Tee oder als Arzneitee-Mischung, z. B. mit Brennnessel- und Alpenfrauenmantel-Kraut, Kuranwendung über mehrere Wochen und Langzeitanwendung.

Hilft bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, insbesondere bei Gicht.

Beinwell (Symphytum officinale)

Wurzel und Kraut der weiß bis violett blühenden Pflanze enthalten einen Wirkstoffcocktail aus Gerbstoffen, Allantoin und Cholin. Er unterstützt die Gewebsregeneration, wirkt abschwellend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd. Beinwell ist zur äußerlichen Anwendung auf intakter Haut geeignet.

Hilft gegen akute Rötung, Schwellung und Entzündung der Gelenke bei Arthrose und Arthritis, lindert Sehnenbeschwerden und Verstauchungen.

Wacholder (Juniperus communis)

Die heimische Zypressenart stand früher als grüne Apotheke in nahezu jedem Garten. Ihre Bitter- und Gerbstoffe, Terpineol und ätherisches Öl sind stark durchblutungsfördernd, entzündungs- und schmerzlindernd. Als Salbe, Badezusatz oder Inhaltsstoff von Franzbranntwein zur äußerlichen Anwendung.

Hilft bei Arthritis und Arthrose, bei Sportverletzungen aller Art.

Nährstoffe aus dem Meer

Die neuseeländische Grünlippmuschel (Perna Canaliculus) ist eine natürliche Quelle des Knorpelnährstoffs Glucosamin. Besonders kombiniert mit Fischöl unterstützt sie die natürliche Regenerationsfähigkeit des Gelenkknorpels. Die darin enthaltene Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) wirkt als Gegenspieler der Arachidonsäure, einer Omega-6-Fettsäure, die an Entzündungsprozessen beteiligt ist. Sie verdrängt diese von den Zellrezeptoren und unterdrückt so Entzündungen, während Glucosamin den Knorpel versorgt.

Kommen Sie in Bewegung!

Früher galt: Wer Schmerzen hat, sollte sich schonen. Doch heute weiß man es besser: Sport in Maßen ist eines der besten Mittel bei Rückenschmerz, Gelenkproblemen & Co.

Bewegung hält beweglich, verbessert Koordination und Körperhaltung, löst Verspannungen, kann zudem die Nährstoffversorgung von Knochen, Muskeln und Gelenken ankurbeln. Ob Arthritis, Arthrose, Osteoporose, Rückenschmerzen oder Gicht – Sport kann vorbeugen, Schmerzen reduzieren und die Ursachen bekämpfen.
Neu- und Wiedereinsteiger sollten sich sportmedizinisch checken lassen oder das Vorhaben mit ihrem Arzt besprechen. Nur bis zur Schmerzgrenze, aber nie darüber hinaus trainieren. Am besten ist regelmäßige Bewegung 3 – 4 mal die Woche, dafür reichen je 30 Minuten. Kombinieren Sie am besten verschiedene Sportarten – nach Lust, Laune und Wetterlage.

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