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| 23.06.2017

Granatapfel

Pflanze: Punica granatum
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)

„Vitalstoffbombe“  mit Anti-Aging-Effekt auf ganzer Linie. So könnte man die Studienergebnisse zum Granatapfel vielleicht auf den Punkt bringen.

Verwendung findet heute vor allem die Frucht. Die tiefroten Samenmäntel sind nachweislich reich an Polyphenolen, besonders an den farbgebenden Anthocyanen und  Flavanoiden. Der Gehalt  liegt deutlich über dem von Rotwein und dunklem Traubensaft.

Polyphenole wirken im Körper aufgrund ihrer chemischen Struktur antioxidativ, das heißt sie fangen freie  Radikale ab, neutralisieren sie und schützen Zellen und Gewebe so vor Schäden (Oxidation), die sie durch die aggressiven Stoffwechselprodukte erleiden würden.

Der Fokus richtet sich hier auf die Blutgefäße und das Blutfett „LDL-Cholesterin“. Ihre Oxidation und die resultierenden Entzündungsprozesse gelten als Hauptursachen der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose).  Der Granatapfelsaft hat in Studien eine positive Wirkung arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezeigt.

Weil die Frucht auch reich an Vitalstoffen ist, wird der regelmäßige Verzehr zur Gesunderhaltung empfohlen. Granatapfel bietet reichlich  Kalium für Muskeln, Herz und Nerven, Kalzium für die Knochen und Eisen für die Blutbildung sowie B-Vitamine für zahlreiche Stoffwechselprozesse, darunter Nervenfunktionen, Hormonbildung und Verdauung. Zum Zellschutz gesellt sich so in perfekter Ergänzung eine Unterstützung der Zellregeneration.

Vermutlich ist das der Grund, warum Granatapfelsaft in klinischen Studien das Fortschreiten von Prostatakrebs und anderen bösartigen Tumoren verzögert. Er gehört mittlerweile zur Begleitempfehlung bei Prostataerkrankungen. Schließlich wird Granatapfel als Zusatz von Hautpflege- und Anti-Aging-Produkten geschätzt. Hier kommen noch die wertvollen Öle der Samen zum Tragen. Granatapfelauszüge sollen das Hautbild verbessern  und die Faltenbildung vermindern.

Traditionell kocht man gegen Frauenbeschwerden in den Wechseljahren auch Teeauszüge aus Samen, Fruchtschale und  Knospen. Granatapfel enthält viele Phytohormone.

Beschreibung

Der sommergrüne, bis zu fünf Meter hohe Baum trägt lanzettliche, ledrige Blätter und entwickelt im Sommer aus den leuchtend orangeroten glockenförmigen Blüten die tennisballgroßen Früchte. Beim Öffnen der derben Schale offenbaren sich die tiefroten Samenmäntel mit je einem Samen  dicht an dicht.  Wohlschmeckende, süß-saftig glänzende „Perlen“ mit säuerlichem Unterton, die so prall mit Fruchtsaft gefüllt sind, dass sie schon bei leichtem Druck zerplatzen. Bitterstoffhaltige Fruchtwände trennen den Granatapfel  in mehrere Kammern, aus denen die Samen mühsam zu befreien sind. Die Belohnung ist eine sehr gesunde und dekorative Ernte  für Salate, Süßspeisen, Cocktails und für Herzhaftes.

Der Name „Granatapfel“ leitet sich nicht, wie oft vermutet, von dem ebenso dunkelrot funkelnden Edelstein (Granat) ab, sondern von dem lateinischen Wort „granum“ (Korn), wegen der zahlreichen Samen. Granatapfelbäume können mehrere hundert Jahre alt werden.

Herkunft

Der Granatapfel gilt als „älteste Heilfrucht der Menschheit“ mit über 5000 Jahren Geschichte. In der griechischen Mythologie symbolisiert er als „Speise der Götter“ Macht und Herrschertugenden und steht auch für Liebe, Fruchtbarkeit, Jugend und Schönheit. In der Bibel  findet er mit seinen angeblich  613 Kernen Erwähnung, symbolträchtig, wie es 613 Gesetze im Alten Testament gibt.

Der Ursprung des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien. In der spanischen Kolonialisierung fand er den Weg nach Südamerika. Heute wird er im Mittelmeerraum und im Nahen Osten als Strauch kultiviert.

Hinweise

Die Rinde des Granatapfelbaumes ist giftig. Sie wurde im Altertum  gegen Wurmbefall  eingesetzt. Die giftigen Alkaloide lähmen und töten parasitische Würmer und der hohe Gerbstoffgehalt ist gut gegen Entzündungen. Aufgrund der Nebenwirkungen, wie Erbrechen und Durchfall, werden diese Pflanzenteile heute aber nicht mehr verwendet.

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