Leberwerte

Die Leber im Labortest: Das verraten ALT, AST, Quick-Test & Co. über ihre Lebergesundheit.

Leberwerte

Leberwerte

Blick ins Verborgene

Die Leber hat kein Schmerzempfinden und erfüllt ihre Aufgaben oft noch lange, obwohl bereits Schäden vorliegen. Die „Leberwerte“ ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen. Sie verraten dem Arzt, wie es Ihrer Leber wirklich geht und helfen unwiderrufliche Schäden abzuwenden. Viele Lebererkrankungen sind im frühen Stadium gut zu behandeln.

Welche Leberwerte gibt es?

Laborwerte, die dem Arzt bei der Blutuntersuchung Hinweise auf die Lebergesundheit geben, werden als „Leberwerte“ bezeichnet. Die wichtigsten davon werden in drei Kategorien unterteilt:

  1. Die Werte für ALT und AST zeigen, ob Leberzellen beschädigt sind.
  2. Eine Aussage über die Funktion der Gallengänge ermöglichen die Werte für Gamma-GT und für die alkalische Phosphatase.
  3. Der Quick-Wert (Gerinnungswert) gibt Auskunft über die Syntheseleistung der Leber. Auch das Bilirubin, der Gallenfarbstoff, ist ein wichtiger Parameter zur Beurteilung der Leberfunktion.

Sind ein oder mehrere Werte höher als die sogenannten Referenzwerte (Normwerte), helfen weitere Untersuchungen die Ursachen abzuklären. Der Arzt kann dann im Einzelfall auch noch deutlich mehr Blutwerte hinzuziehen.

 

Das sagen die Werte aus

ALT und AST

ALT (Alanin-Aminotransferase) und AST (Aspartat-Aminotransferase) sind Enzyme, die bei akut geschädigten Leberzellen ins Blut gelangen. Beide gelten als besonders sensible Werte. Sie steigen schon bei einer relativ leichten Zellschädigung des Organs. Da die AST aber auch im Muskelgewebe vorkommt, kann eine Erhöhung des AST-Werts ohne Erhöhung des ALT-Werts auch auf eine Erkrankung von Herz oder Muskeln hinweisen.
Für den Arzt ist der „De-Ritis-Quotient“ besonders interessant, das Verhältnis AST/ALT. Ist er kleiner als eins, spricht das für einen geringen Leberschaden. Ist er größer als eins, weist das auf einen schweren Leberschaden hin, zum Beispiel auf eine chronische Hepatitis oder eine Leberzirrhose.

GGT

Das Enzym GGT (Gamma-Glutamyltransferase) kommt in vielen Organen vor und ist somit relativ unspezifisch. Ein erhöhter Wert kann aber auf eine Lebererkrankung (z.B. Fettleber) und auf einen Gallenstau hinweisen. Er ist nur zusammen mit den anderen Leberwerten aussagekräftig.

Alkalische Phosphatase (AP)

Das Enzym alkalische Phosphatase kommt in vielen Geweben vor. Die Enzymaktivität hängt vom Alter ab. Aufgrund der erhöhten Produktion im Knochen liegt dieses Enzym in der Wachstumsphase verstärkt vor. Erhöhte Werte können aber auch bei Leber- oder Knochenschädigung vorliegen. Bei Gallenstau ist AP ebenfalls erhöht, jedoch treten dann gleichzeitig erhöhte GGT- und Bilirubin-Werte auf.

Bilirubin

Ein nicht enzymatischer Leberwert ist das Bilirubin. Bilirubin entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, wenn ausrangierte rote Blutzellen (Erythrozyten) am Ende ihres Lebenszyklus, in der Milz und in der Leber zersetzt werden. Weil freies Bilirubin toxisch ist, wird es zum Transport von der Milz zur Leber an das Eiweiß Albumin gebunden. Die Leber koppelt das Bilirubin an Säurereste und formt so die Gallensäuren, die sie konzentriert und mit der Galle in den Dünndarm ausscheidet. Die Gallensäuren sind für die gelb-grüne Farbe der Galle verantwortlich.

Darmbakterien sorgen dann für den weiteren Abbau. Etwa 20 Prozent des Bilirubins und seiner Abbaustufen werden im Dickdarm wieder aufgenommen und mit dem Rücktransport zur Leber recycelt. Der Rest wird ausgeschieden. Er sorgt für die braune Farbe des Stuhls. Sind der Stoffwechsel der Leber oder der Abfluss der Galle gestört, reichert sich Bilirubin im Blut an und verfärbt Haut und Augen gelb („Gelbsucht“ oder fachsprachlich „Ikterus“).

Quick-Test

Dieser Labortest misst die Zeit, die das Blut zur Gerinnung benötigt. Kann die Leber nicht genug Gerinnungsfaktoren produzieren, braucht das Blut länger, was auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Leber hinweist.

Normalwerte schließen keine Erkrankung aus

Normwerte allein geben keine Sicherheit. Die Leber ist auch mit Verfettung oder Entzündung oft noch lange leistungsfähig. Eine ausführliche Anamnese und zusätzliche Untersuchungen verraten mehr.

  • Das Tasten und vor allem die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Oberbauches machen eine Fettleber sichtbar. Sie erscheint größer und/oder heller, weil das verfettete Gewebe dichter ist und damit den Schall stärker reflektiert.
  • Dunkler Urin oder grauweißer Stuhl sowie Antikörper gegen Hepatitis-Viren im Blut weisen auf eine Leberentzündung hin.
  • Vernarbungen und eine Tendenz zur Fibrose zeigt der „Fibroscan“, einer Art Ultraschall, der die Elastizität der Leber misst.
  • Bei der Leberbiopsie entnimmt der Arzt, unter lokaler Betäubung, mit einer dünnen Hohlnadel eine kleine Gewebeprobe aus der Leber. Die mikroskopische Untersuchung kann Hinweise auf entzündliche Veränderungen, Verfettung oder einen Tumor liefern.

Beugen Sie vor!

Hält der Arzt die Bestimmung der Leberwerte oder weitere Untersuchungen für notwendig, weil zum Beispiel Risikofaktoren oder Beschwerden bestehen, übernimmt die Kosten die Krankenkasse.

Zu den Risikofaktoren für Leberschäden gehören:

  • Alkoholmissbrauch
  • Fehlernährung
  • Übergewicht
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Erhöhte Blutfettwerte

Zu den Beschwerden bei Leberschäden gehören:

  • Gelbsucht der Haut oder Bindehaut
  • Hautsymptome, wie Juckreiz, weiße Nägel oder netzartige Gefäßneubildungen
  • Druck im rechten Oberbauch, Völlegefühl
  • Müdigkeit, Leistungsminderung

Beugen Sie vor.

Literatur

Deutsche Leberstiftung. Leber und Leberwerte. Information für Betroffene und Angehörige. Stand April 2016.

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