Impressionen der Preisverleihung 2014

In einer feierlichen Preisverleihung wurden gestern in München die Gewinner des Salus-Medienpreises 2014 geehrt. Zum fünften Mal prämierte der Naturarzneimittel-Hersteller Veröffentlichungen über die „Risiken der Agro-Gentechnik“ und „Chancen einer ökologischen Landwirtschaft“. Das Preisgeld betrug erstmals 10.000 Euro. Hauptpreisträger 2014 mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 Euro sind der Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Buchautor Franz Kotteder und der Fernsehjournalist Andreas Rummel. Der mit 2.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an Daniel Hertwig vom Informationsdienst Gentechnik. Gewinner des Sonderpreises mit einem Preisgeld von 1.000 Euro ist Jan Grossarth von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Erstmals hat der Stifter auch einen Otto-Greither-Sonderpreis mit 1.000 Euro Preisgeld vergeben. Preisträgerin ist die Journalistin Birgit Lutz.

Der Hauptpreisträger Franz Kotteder informiert in seinem Buch „Billig kommt uns teuer zu stehen ? Das skrupellose Geschäft der globalisierten Wirtschaft“ (Ludwig Verlag/München) kritisch, umfassend und aktuell über die Risiken der Agro-Gentechnik und die Chancen einer ökologischen Landwirtschaft. Der Buchautor und leitende Redakteur der Süddeutschen Zeitung sensibilisiert mittels der Fakten und Denkansätze gleichermaßen wie durch seinen überaus eingängigen Stil und regt zum Nachdenken und sinnvollen Handeln an.

In seinem Fernsehbeitrag „Glyphosat“ (Fakt/ARD) erreicht der zweite Hauptpreisträger 2014, Andreas Rummel, seine Zuschauer auf emotio-naler wie auch intellektueller Ebene. Dem TV-Journalisten gelingt es, die Risiken der Agro-Gentechnik in einer Weise zu dokumentieren, die nicht nur Betroffenheit schafft, sondern ebenso behutsam wie intensiv auch an das Verantwortungsgefühl der Zuschauer appelliert.

Der Nachwuchspreisträger Daniel Hertwig beschreibt in seinem Sieger-beitrag „Wie sich die Agrar-Industrie die Welt zurechtlegt“, der im Um-weltjournal Rheinland-Pfalz veröffentlicht wurde, die weltweiten Machenschaften des Konzerns Monsanto und der Gentechnik-Lobbyisten. Kritisch hinterfragt er auch die Hintergründe der gentechnikfreundlichen Gesetzgebung in den USA und die Haltung des Europäischen Patentamtes zu den Risiken und Auswirkungen der Agro-Gentechnik.

In seiner spannenden Reportage „Und dann schuf Gott Monsanto“ schildert der leitende Redakteur im Wirtschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Jan Grossarth, den unkritischen Umgang amerika-nischer Farmer mit genveränderten Pflanzen. Er lässt die Protagonisten selbst zu Wort kommen und liefert so einen überaus authentischen Beleg für das Ausmaß der Ignoranz und deren bedrohliche Konsequenzen für die ganze Welt.

Die Journalistin und Buchautorin Birgit Lutz, die erste Gewinnerin des Otto-Greither-Sonderpreises, erörtert in ihrer überaus amüsanten und informativen Reportage „Ein Hof als Arche“ in der Süddeutschen Zeitung die Optionen einer alternativen Land- und Viehwirtschaft für eine gesunde Ernährung. So beschreibt sie einen Bio-Bauernhof, auf dem alte Haustierrassen erhalten werden und ökologisch und ökonomisch erfolgreich gearbeitet wird.

Mit seiner eindrucksvollen Festrede sorgte Professor Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung, Honorarprofessor der Berliner Humboldt Universität und Dozent für Politische Ökologie der Hochschule für Politik München, beim fachkundigen Publikum für viel Gesprächsstoff. Er kritisierte, „dass die bioökonomische Denke in Deutschland dem Irrglauben unterliegt, mit immer noch mehr Technik und immer tieferen Eingriffen in das Leben und seine Bausteine die Heraus-forderungen der Zukunft meistern zu können“. Als Skandal ersten Ranges bezeichnete er, „dass ökologisch wie sozial gerechte Alternativen sogar in der Förderpolitik systematisch ausgeblendet werden“.

Prof. Gottwald konstatierte, wie wichtig es sei, dass Medienvertreter sich kritisch mit diesen für die Menschheit elementaren Fragen auseinander-setzen und den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen.

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